Alpamayo 5947m / Cordillera Blanca / Peru

Zum Fotoalbum Santa Cruz Trek
Zum Fotoalbum Alpamayo Gipfeltag

Vorwort:
Es ist wirklich nicht leicht, die Eindrücke die wir während unserer Tour gesammelt haben zu Papier zu bringen. Vielleicht will man auch die Bilder, die Eindrücke, die Erfahrungen für sich behalten. Wir möchten es probieren in den folgenden Zeilen und vor allem mit den Bildern Euch teilhaben zu lassen.

Die Tour :
Es schlugen 2 Herzen in unserer Brust, als wir am 14. Juni 2010 in Wien/Schwechat auf unseren Flieger gewartet haben. Einerseits die Vorfreude auf die kommenden Wochen, andererseits das Ungewisse das uns erwartet. Nach 15 Stunden reiner Flugzeit kommen wir in Lima an und fahren gleich mit dem Bus (10 Stunden) weiter nach Huaraz. Huaraz ist das bergsteigerische Zentrum der Cordillera Blanca. Ihr könnt Euch vorstellen, dass die Anreise ziemlich anstrengend war.
Die ersten Tage nutzen wir zum Ausruhen und zum Einleben in Huaraz und Umgebung. Am 18.Juni geht es los zum Ausgangspunkt unserer Tour. Cashapampa heißt das Dorf. Und wie es immer ist, genau in der vorangegangen Nacht geht es bei den meisten mit Problemen im Magen Darm Trakt los. Aber was soll’s, Augen zu und durch. Das Santa Cruz Tal ist wirklich wunderschön und beeindruckend. In 5 Tagen geht es zum Basis Lager des Alpamayo. Diese 5 Tage sind in 3 Etappen unterteilt und einen Akklimatisationsberg (Nev. Sentillo ca. 5200m).
Das Base Camp auf ca. 4200m und ist echt eine Augenweide. Wir steigen am 22. Juni auf zum Moränenlager, welches sich auf ca. 4900m befindet. Tags darauf nehmen wir den Aufstieg ins Hochlager in Angriff. Am Sattel (5500m) steht ER in seiner ganzen Pracht vor uns. Wie auf kitschigen Postkartenansichten steht der Alpamayo vor uns. Unser Hochlager liegt im Kessel ca. 200 Höhenmeter tiefer. Wir beziehen unser Hochlager und genießen die Aussicht und die Tatsache, dass wir fast alleine dort sind.

Gipfeltag :
Am 24. Juni ist es dann so weit, nach einer unruhigen Nacht, die Ausrüstung für den Gipfelgang schon griffbereit, harren wir nun 3.00 Uhr morgens entgegen. Unsere beiden leistungsstarken peruanischen Guides steigen ca. 2 Stunden vor uns in die Wand um die Fixseile zu verlegen. Leider beginnt es leicht zu schneien und die Sicht ist alles andere als günstig. Nichts desto trotz brechen wir nach einem Frühstück mit Haferbrei und Coca-Tee um ca. 04:30 Uhr auf und gehen immer steiler werdender vom High Camp Richtung Wandfuß. Orientierung bietet nur die Spur und die Rufe von Hans. Nachdem die klassische Ferrari-Route nach einem gewaltigen Eissturz unbegehbar geworden ist, müssen wir uns in die Franzosenroute (French direct) wagen, die schwieriger aber direkt auf den Gipfel geht. Immer steiler geht es nun Richtung Bergschrund und endlich kommen wir zum Fixseil und wir hängen das Jümar ein. Enterisch wird es am überhängenden Bergschrund, wo ich ernsthaft überlege umzukehren. Doch das Fixseil und mein Grivel-Eispickel geben mir Sicherheit und nach der ersten Eisriffel geht es in das steile Eiscoulouir. Ein paar Meter steigen, schnaufen und an den Ständen sicher umhängen und ja keinen Sicherungsfehler machen. Sobald der Rhythmus gefunden ist geht es kontinuierlich voran – nach 3,5 Stunden höre ich Michi rufen ‚“eine Seillänge noch“, die letzten Reserven mobilisieren, den ständigen leichten Eisschlag von den Vorsteigern nun leichter ertragend geht es in die steile Blankeis-Ausstiegsseillänge. Unglaublich – nach den letzten Pickelschlägen und Jümar-Zügen sind wir nun am Gipfel unseres Traumberges. Trotz null Sicht und Kälte genießen wir den Gipfel – wir sind alleine am Berg, auch in der Route treffen wir nur eine weitere Zweierseilschaft – für den Alpamayo wirklich einsame Verhältnisse. Nach kurzer Zeit geht es ans Abseilen – routiniert seilen wir Länge für Länge ab – alles läuft rund, viel Eismaterial ist natürlich in der Rinne unterwegs – und erreichen nach ca. 1 ¼ Stunden sicheren Boden. Den stetig flacher werdenden Hang geht es zurück ins Lager, wo wir schon von unseren Köchen mit einer Nudelsuppe erwartet werden. So lange geplant – so schnell schon wieder vorbei – doch die Eindrücke bleiben. Erschöpft und noch gar nicht wirklich realisierend, dass wir den Gipfel geschafft haben, geht es ins Zelt und in den warmen Daunenschlafsack und einen Nachmittagsschlaf – nur bis zur Jause natürlich.

Am 25. Juni geht es wieder zurück, und wir steigen in das Base Camp ab. Wir lassen uns das gute Abendessen schmecken und verbringen eine angenehme Nacht. Am nächsten Tag marschieren wir das Santa Cruz Tal wieder zurück nach Cashapampa. Dort schlagen wir wieder unser Lager auf. Wir hatten das große Glück, dass genau an diesem Tag ein großes Fest dort stattfand. Wir waren die einzigen „Gringos“ und wurden sehr freundlich aufgenommen, und durften mitfeiern. Ein einzigartiges Erlebnis und das Bier schmeckte auch wieder ganz gut. Tags darauf fuhren wir mit dem Bus wieder zurück nach Huaraz. Dort genossen wir natürlich die warme Dusche und die Annehmlichkeiten der Stadt. In unserem Hauptquartier “Andinos“ (eine tolle Bar in Huaraz) zogen wir Bilanz , die sehr positiv ausfiel.

Fazit:
Wie schon erwähnt war es eine Premiere für uns. Wir waren wirklich überrascht wie toll die gesamte Unternehmung ablief. Man zerrt sehr von den Erinnerungen und den gewaltigen Eindrücken die man sammeln durfte. Es war kurz gesagt: Ein tolles Erlebnis was wir nicht missen möchten!!

Quellennachweis:
Alpenvereinskarte 0/3a Cordillera Blanca Nord

Fotomaterial:
Ein großes Dankschön gebührt Hans (Honza) Thurner. Unser österreichischer Bergführer. Er war nicht nur ein hervorragender Guide sondern er wurde ein Wegbegleiter, Berater und Freund für uns. Er hat uns auch die großartigen Fotos zur Verfügung gestellt.
Weitere Informationen: www.hans-thurner.at

Organisation:
Peter Gebetsberger von den Team-Tours. Er hat die Reise perfekt organisiert und abgewickelt. Weitere Informationen: www.team-tours.at

Hüttenbewertung:

Bewirtung bei der Tour:
Wir wussten bei unserem Abflug wirklich nicht, was uns erwarten wird. Wir wurden äußerst positiv überrascht. Unser Team hat sich die größte Mühe gegeben uns die Trekkingtour bzw. Gipfelanstiege so schön wie möglich zu gestalten. Das Essen war hervorragend und das Service sehr gut. Ich (der Hüttenkönig) war echt beeindruckt , darum vergebe ich das erste Mal 5 von 5 möglichen Bewertungsflaschen.

Wir würden 5 von 5 Ratsherrnflaschen verleihen.
bewertung5.jpg

Das Team: Christian (Präsi), Hans (Hüttenkönig), Ede, Michi, (Übrigens: Danke für das legendäre Treffen der gesamten Truppe bei Euch in Flatz) Hans (Honza) Thurner 18.Juni bis 27 Juni 2010