Elbrus 5642m / Skibesteigung

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Russische Highlights

Allgemeines: Ob nun der Mont Blanc in den Alpen, oder der Elbrus im Kaukasus der höchste Berg Europas ist, darüber sollen sich andere den Kopf zerbrechen – schön sind jedenfalls beide!

Die Besteigung des Elbrus ist jedoch zweifelsohne mit einem etwas größeren logistischen Aufwand verbunden. Mittlerweile gibt es aber schon genügend Anbieter, die diesen Aufwand erleichtern. Preislich kaum unterschiedlich, fiel die Auswahl auf die Bergspechte, da die Akklimatisationstouren nicht direkt am Elbrus, sondern im nahegelegenen Adyr Su Tal erfolgen, was für wesentlich mehr Abwechslung sorgt.

Der Elbrus ist mit 5642m Höhe der höchste Berg des Kaukasus und Russlands und steht mächtig am Rande der Manytschniederung. Schon während des Anflugs auf Mineralny Vody kann man die Exponiertheit des Elbrus gut erkennen, was ihn auch sehr anfällig für Wind und Wetter macht.

Anreise: Von Wien ging es per Flugzeug über Moskau nach Mineralny Vody. Ab hier ging es mit Kleinbussen in einer ca. 3-stündigen Fahrt weiter zum ersten Ziel, das Bergsteigercamp Ullu Tau (2430m) im Adyr Su Tal, welches über einen abenteuerlichen Schrägaufzug und einer 12km langen Schotterpiste erreicht wurde. Zum Glück ging es bergauf, sodass der LKW trotz permanentem Vollgas nicht bis auf seine Endgeschwindigkeit beschleunigen konnte 😉

Eingehtouren im Adyr Su Tal: Auch Jury, unser russischer Guide, beklagte den jährlichen Rückgang der Gletscher und die immer früher stattfindende Schneeschmelze im Kaukasus. Das war in sportlicher Hinsicht aber natürlich kein Nachteil – dadurch hatten wir doch die Gelegenheit, täglich unsere Skier zwischen 1 und 2 Stunden zu tragen – natürlich sowohl im Auf-, als auch im Abstieg. Grundsätzlich ist der Charakter aller von uns gemachten Touren sehr ähnlich: zuerst mussten wir die Ski tragen, dann kam ein eher gemütlicher Anstieg mit den Skiern und erst kurz vor dem Umdrehen wurde es etwas anspruchsvoller. Hatte man sich erst einmal an den russischen Hygienestandard gewöhnt, so stand einem ungetrübten Vergnügen nichts mehr im Wege.

Unsere erste Tour mit 1175hm gesamt führte uns auf den Garvash Pass. Besser gesagt bis kurz unterhalb, da auf Grund der Spannungen zwischen Russland und Georgien ein Abstand von 500m einzuhalten war. Eigentlich sehr schade, da dieser relativ gemütlichen, landschaftlich beeindruckenden Tour somit der eigentliche Höhepunkt genommen wurde.

Die zweite und unsere längste Tour im Adyr Su Tal führte uns auf den Granovskovo Pass. Für die 1480hm waren schon einige Stunden einzuplanen, da durch den flachen Aufstieg dementsprechende Kilometer zurückzulegen waren.

Bei unserer dritte Tour auf den Chotcat schafften wir nur 1230hm, und erreichten somit den Gipfel nicht ganz. Leider machte uns bei der schönsten unserer Touren das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Daher hatte unser russischer Guide leider beschlossen, den letzten Teil des Grates nicht mehr aufzusteigen.

Elbrus: Nach der abendteuerlich LKW Fahrt zurück zum Schrägaufzug und dem Transfer ins Skizentrum Terskol / Azau ging es mit Seilbahn und Pistenraupe weiter zu den Garabashi-Tonnen.
Als weitere Vorbereitung haben wir noch zwei gemütliche Akklimationstouren auf Ratrac Spuren bis zu den Pastukhov Felsen unternommen. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit sich mit den Pistengefährten bis zu den Felsen transportieren zu lassen. Bei unserer Gruppe war das aber nie ein Thema.

Am Gipfeltag hatten wir das Glück den Elbrus von seiner besten Seite kennen zu lernen: traumhaftes, sonniges und windstilles Wetter bei nur -15°C. Diese Bedingungen erlaubten uns nach einem 10 stündigen Aufstieg und 1930hm sogar eine knappe Stunde am Gipfel zu verweilen.

Bis zu der ca. 1 1/2 stündigen Abfahrt inklusiv vieler, notwendiger Pausen, konnte ich mir nicht vorstellen, dass eine Abfahrt so atemberaubend sein kann. Die dünne Luft machte sich dadurch bemerkbar, dass jeder Schwung anstrengend wurde 😉

Fazit: Schöne Gegend, schöner Berg, aber vor allem sind die russischen Gegebenheiten eine Reise wert!