Fünffingerspitze 2996m – Ãœberschreitung

Fünffingerspitze

Zum Fotoalbum

Fünffingerspitze Überschreitung 4

Allgemeines: Die Daumenkante auf die Fünffingerspitze in der Langkofelgruppe zählt längst zu den alpinen Klassikern und ist dementsprechend stark frequentiert. Landschaftlich großartige, ausgesetzte Klettertour in besten Fels. Kein Wunder also, dass man hier nicht alleine ist. Ab dem Hauptgipfel (Zeigefinger) war es überraschender Weise sehr ruhig – wir gingen als einzige Seilschaft dieses Tages die gesamte Überschreitung.

Mühen: 4h reine Kletterzeit, ca. 22 SL (würde man die gesamte Tour sichern), gesamt ca. 6h

Absicherung: meist einzementierte Haken an den Standplätzen und einige Zwischenhaken; Abseilstellen sind bis zum Hauptgipfel gut eingerichtet, danach schon etwas alpiner

Talort und Ausgangspunkt: Sellajoch 2244 m, Gondelbahn beim Sellajoch-Haus

Zustieg: Wir wählten die gemütliche Art und schwebten mit der Gondelbahn aufwärts. Von der Bergstation (Toni Demetz-Hütte 2681m) in der Langkofelscharte folgt man einen gut ausgetretenen Weg aufwärts und erreicht in wenigen Minuten den Einstieg der Daumenkante.

Routenbeschreibung: Über eine Rampe geht es empor zum ersten Standplatz auf einem breitem Schuttband. Hier rechts haltend über leichtes Schroffengelände aufwärts bis zur Nordkante des Daumens. In genussvoller Kletterei geht es immer an der Gratkante entlang auf den Gipfel des Daumens. Durch abklettern und abseilen gelangt man in die Daumenscharte, wo es auf der gegenüberliegenden Wand (hier trifft man auf den Normalweg) wieder aufwärts geht. Der Zeigefinger wird ostseitig gequert. Bei einem großen Klemmblock, kurz vor dem Hauptgipfel (Mittelfinger) gibt es zwei Varianten: entweder durch den Klemmblock durch, oder die von uns gewählte Variante, den kurzen steilen Riss zum Gipfel. Vom höchsten Punkt geht es südlich, leicht absteigend weiter bis zur Abseilstelle. Ca. 25m in die anschließende Scharte abseilen. Der folgende Ringfinger wird luftig überschritten und am höchsten Punkt wieder südlich in die nächste Scharte abgeseilt. Weiter geht es über eine Platte an der Ostseite des kleinen Fingers zu der nächsten Abseilstelle. Äußerst luftig seilt man sich weitere 15m schräg in die Scharte ab. Weiter geht’s an der Westseite und den anschließenden Westgrat runter bis zum oberen Ende einer großen Rinne. Ab hier den Steinmännern folgen und nochmals 2x in die Fünffingerscharte abseilen.

Abstieg: Von der Fünffingerscharte geht’s die Geröllrinne zurück zum Sellapass.

Anmerkung: Diese Klettertour ist absolut empfehlenswert, auch wenn die Nordkante auf den Daumen manchmal überlaufen ist.

Stand: 28.08.2008