Grimming 2351m / SO-Grat

Grimming

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Naturfreundetour

SO-Grat: 1-2, 1700hm gesamt

Zur Tour:
Der Grimming ist einfach ein Klassiker, also genau DER richtige für eine ausgeschriebene Naturfreundetour. 1.700 Höhenmeter, teilweise ausgesetzte, leichte Kletterei am Südostgrat, perfektes Herbstwetter, was will der Bergsteiger mehr. Nach dem regen Interesse und unserer erfolgreichen Naturfreunde-Xeis-Besteigungen haben wir natürlich wieder Wetterglück. So denken wir zumindest noch am Morgen, den 5. Oktober…
Durch den Wald, vorbei an der Grimminghütte geht es konsequent bergauf und der Grimming lässt nicht locker. Je höher man aufsteigt, desto grandioser wird der Blick ins herbstliche Ennstal; der Buchstein, die Hochtorgruppe, der Kalbling etc. Nach dem ersten Aufschwung mit der Fixleiter starten wir bei der Weggabelung in Richtung SO-Grat in die grandiose Schneegrube. Obwohl wir es immer hoffen, hat das Band nach dem Kar zum eigentlichen Grat, über die Jahre nicht an Attraktivität gewonnen 😉
Danach wird man aber auch sogleich am Grat mit gutem Fels belohnt. Schon der erste Fernblick auf dem schmalen Sattel lässt erahnen, mit welch atemberaubenden Tiefblicken der SO-Grat lockt bzw. locken kann. Etwa ab Gratmitte tauchen links des Grates Wolkenfetzen auf, die nicht allzu Gutes erwarten lassen. Schon bald bricht der Föhn viel früher als erwartet zusammen und im oberen Drittel sind wir binnen Minuten in Wolken gehüllt und die ganze Sicht beim Teufel. Gott sei Dank bleibt es am ausgesetzten Grat trocken und alle meistern souverän die Kletterpassagen bis zum Gipfel.
Sämtliche Wetterdienste meldeten noch trockenes Wetter, dennoch fängt es kurz nach der kalten, feuchten Gipfelrast, mit fast „White out“, auf dem Abstieg über das Multereck zu regnen an. Hier gewichtmäßig am falschen Platz gespart zu haben wäre jetzt ungemütlich. Waren wir am Gipfel noch über Hauben und Handschuhe froh, so benötigen wir jetzt auch Gore-Tex Jacken. Alle? Nein! Harald hat natürlich wiedereinmal, auf Grund von Gewichtsreduktionsoptimierungsversuchen, nichts, aber auch gar nichts mit, und muss sich mit der „Wetterhexe“ von Rainer (Bier ist noch offen 😉 ), ein Geschenk von der FF, begnügen.
Ab jetzt ist Trittsicherheit, auch am Normalweg erforderlich. Die Drahtseile und abgetretenen Felspassagen verwandeln sich in glitschige Partien. Der Vorteil – vor lauter Aufmerksamkeit auf den nächsten Tritt vergisst man fast ganz, dass sich die nassen 1.700 hm im Abstieg auch ganz schön ziehen. Summa summarum hat das alpine Abenteuer allen Spaß gemacht. Bei Bier, Kaspreßknödlsuppe und Steierkasbrot waren wir fast wieder trocken, wenn da nicht noch die 370 hm Abstieg zum Parkplatz gewesen wären.
Der Grimming hat sich uns zu Beginn herbstlich mild und dann grimmig gezeigt. So mancher von unserer illustren Runde wird, ob der uns verwehrt gebliebenen legendären Gipfelaussicht, wieder zurückkehren.

Ausgangspunkt: Niederstuttern

Einkehrpunkt: Grimminghütte, womit wir auch schon bei der Hüttenbewertung: wären:
Die kleine, gemütliche Hütte liegt am Fuße des Grimmings, was sogleich Vor- bzw. Nachteil ist. Da es ausser der Grimminghütte keine weiteren Stützpunkt mehr am Berg gibt, lassen sich viele Wanderer durch die niedrige Lage der Hütte vom Grimming abhalten. Dafür ist man nach einem Einkehrschwung in wenigen Minuten beim Auto! Seit 2011 ist Helmut Kern, ein alter Bekannter von der Ennstalerhütte, der neue Pächter.

Wir würden 3 von 5 Ratsherrnflaschen verleihen.
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Begehung: 05.10.2013 durch Florian, Manfred, 2 x Hans, Erich, Sepp, Rainer, Harald und Christian