Hochkogel Klettersteig im Spätherbst

Hochkogel Klettersteig

Zum Fotoalbum

Zur Tour:
Je bekannter und beliebter ein Klettersteig, desto überlaufener ist er. Dadurch kommt es oft zu ungewünschten Wartezeiten und birgt auch noch zusätzliche Gefahren wie Steinschlag und riskante Ãœberholmanöver. Doch ist das immer so? Nein, es gibt eine Jahreszeit, wo man diese Art von Bergsport nahezu alleine ausüben kann – den Spätherbst! Liegt erst einmal der erste Schnee, so gehören einem die Klettersteige in der Regel ganz alleine. Am 17.11. war auch wieder so ein Tag.

Durch die Nebelsuppe des Voralpenlandes angekommen, waren wir zuerst mal ob des geschlossenen Schrankens irritiert. Ja, ja die netten Jäger im Herbst – also hieß es 1,5 km mehr zum Aufwärmen, danach stetig aufwärts zuerst auf der Forststraße dann aufgrund der Jagdsperre wieder ein kleiner Umweg über den Winterweg (wir halten uns auch vorbildlich daran) vorbei am Mitterecker-Stüberl näherten wir uns der Schneegrenze und zogen die ersten Spuren im zum Teil knietiefen Pulver aufwärts. Kurz vor dem Hochkogelhaus war es dann soweit. Durch die letzten Nebelfetzen strahlte nun die Sonne eines traumhaften Herbsttages und wir waren bald über dem Nebelmeer.

Rund um uns die Gipfel der Ausläufer des Toten Gebirges, Höllengebirge und Traunstein. Nach dem Anlegen des Klettersteigsets und Helm ging es durch den Schnee steil und rutschig zum Einstieg und nach einer Stunde waren wir nach dem kurzen und in einer Passage (C/D) durchaus knackige Klettersteig wieder am Hochkogelhaus. Der nette Steig über den Kleinen und Großen Rauhen Kogel mit ca. 600 Klettermeter ohne Stau und bei besten Bedingungen macht richtig Spaß und hätte ruhig ums doppelte länger sein können. Bis auf die Einstiegsmeter im Schnee am Großen Rauhen Kogel, dem 2. Gipfel, perfekte Bedingungen. Resümee: 1.450 Höhenmeter insgesamt – schön angelegter Klettersteig – und Energietanken in der herbstlichen Sonne – bis dann nach Pause auf der Sonnenterasse beim Hochkogelkreuz wieder runter in den Herbstnebel. Das Runtergehen im Pulverschnee lässt uns schon auf die Skitourensaison freuen, die hoffentlich bald ins Haus steht. Vor allem geht es mit Skiern stabiler abwärts, denn auch die Vibramsohle hat uns vor so manchem Ausrutscher nicht abgehalten. Man lernt halt nie aus – das nächste Mal sind die Stecken wieder mit dabei.

Ausgangspunkt: beim Kraftwerk (ca. 1,5 km mehr aufgrund Jagdsperre)
Einkehrpunkt: Hochkogelhaus (leider bereits geschlossen – Hüttenbewertung wird aber sicher nachgeholt!)