Huascaran 6768m / Cordillera Blanca / Peru

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Vorwort:
Nach einer kurzen Erholung in Huaraz stand das Unternehmen Huascaran auf dem Programm. Der Huascaran ist ja bekanntlich der höchste Berg Perus und der vierthöchste Berg Südamerikas. So gut die Stimmung unserer peruanischen Crew am Alpamayo war, so große Bedenken hatten sie vor dem Aufbruch. Am Tag vor der Abreise zum Berg gab es darum lange Diskussionen, ob wir den Huascaran versuchen sollen, oder ein anderes Ziel ins Auge fassen sollten. Wie gesagt nach langen Diskussionen entschieden wir zum Huascaran zu gehen.

Die Tour :

Am 29. Juni ging es mit dem Bus von Huaraz nach Musho. Hier auf ca. 3000m Seehöhe wurden die Tragetiere beladen und es ging los Richtung Base Camp auf 4200m Seehöhe. Wie schon oben erwähnt war die Stimmung eine ganz andere als am Santa Cruz Trek zum Alpamayo. Es war ziemlich warm an diesem Tag und auf guten Weg geht es berauf in das herrlich gelegene Base Camp auf ca. 4200m. Dieses terassenförmig angelegte Lager bietet tolle Blicke auf die Cordillera Negra.
Am nächsten Tag nehmen wir den Aufstieg in das Hochlager 1 in Angriff. Das heißt, dass wir unsere persönlichen Sachen (Schlafsack, Unterlegsmatte, Pickel, Gurtzeug; Steigeisen usw.) wieder selber schleppen müssen. Das Hochlager befindet sich auf ca. 5300m und wir passieren dabei das Refugio Huascaran (4675m). Nach dem Refugio müssen wir uns registrieren und unseren Eintritt bezahlen. Dann geht es aufs Eis Richtung High-Camp 1. Es war ein ziemlich mühsamer Aufstieg über den unschwierigen Gletscher. Das Wetter war uns auch bei dieser Tour nicht immer wohl gesonnen.
Der geplante weitere Weg führt durch den imposanten und gefährlichen Eisbruch auf die Garganta (ca 6000m = Sattel zwischen Nord- und Südgipfel des Huascaran), wo Hochlager 2 geplant ist und von dort zum Gipfel.
Hier liegt auch genau der Knackpunkt der Tour und die Ursache für die Unruhe in unserer Begleitmannschaft. Der gewaltige Eisbruch war in dieser Saison ziemlich unberechenbar und instabil. Für mich (Euer Hüttenkönig) war es bald klar, dass mir das Risiko zu hoch ist um in diesen Eisbruch einzusteigen. Auch im High Camp drehten sich die Diskussionen ausschließlich um diese Schlüsselstelle. Christian und ich beschlossen am nächsten Tag wieder in das Basislager abzusteigen. Ede und Michi wollten es probieren und in der Nacht starten. Wir bekamen die Diskussionen mit den peruanischen Trägern und Guides mit, die nicht unbedingt aufsteigen wollten und somit den Start der Tour hinauszögerten und schließlich unmöglich machten. Es wurde ein neuer Plan gefasst, der vorsah die beiden Etappen auf einen Tag zu legen und direkt aufzusteigen und wieder zurück ins High Camp 1 (also auf das 2. High Camp zu verzichten). Dieser Plan wurde auch aufgrund des Zeitplans gefasst.
Wie gesagt, wir stiegen mit einem Träger ab ins Basislager und machten es uns dort sehr gemütlich. Wir wurden toll verpflegt und umsorgt.
Wir hatten es uns in unseren Zelten schön gemütlich gemacht, als uns gegen 22 Uhr ein komisches Rucken von unseren Unterlegsmatten rutschen lies. Dies wiederholte sich kurz später nochmals. Uns wurde bald klar, dass es Erdstößen gewesen sein müssten. Ein komischen Gefühl, aber im Base-Camp wirkte es nicht bedrohlich.
Wir verbrachten eine angenehme Nacht und stellten uns auf einen ruhigen Tag ein.
Kurz nach dem Frühstück sahen wir aber die ersten Träger unsere Crew auftauchen.
Bald darauf trafen auch Ede, Michi und Hans im Lager ein. Das Erdbeben war im High-Camp nicht so lustig bzw. angenehm. Sie erzählten, dass der Eisbruch das Beben nicht lustig fand und es ziemlich laut und gefährlich wurde da oben. Es waren noch weitere Mannschaften im Hochlager und die Entscheidung war bei allen sonnenklar: Abstieg!!
Man soll sagen was man will, war es „Vorahnung“ oder Zufall dass unsere Guides kein gutes Gefühl hatten während der Unternehmung Huascaran.
Wir blieben noch eine Nacht im Basislager und traten am nächsten Tag (3.Juli) den Rückmarsch nach Musho an.

Fazit :
Es war ein gänzlich anderes Erlebnis wie am Alpamayo. Schon im Vorfeld bedingt durch die Diskussionen. Vielleicht hätten wir uns auch in der Vorbereitung mehr mit dem Huascaran auseinandersetzen sollen. Da lag sicher unser Schwerpunkt am Aplamayo. Der Huascaran ist ein ernster Berg mit allen Gefahren und Risken. Es kommt die enorme Höhe zum Tragen, aber auch die Verhältnisse die im Eisbruch herrschen spielen eine wichtige Rolle. Wie wir erfahren haben, waren 2010 wirklich keine guten Verhältnisse am Berg. Wir möchten aber auch diese Erfahrung nicht missen, da sie einen die Ernstheit und die Gefahren des Bergsteigens gut vor Augen führte.

Quellennachweis:
Alpenvereinskarte 0/3a Cordillera Blanca Nord

Fotomaterial:
Ein großes Dankschön gebührt Hans (Honza) Thurner. Unser österreichischer Bergführer. Er hat uns die großartigen Fotos zur Verfügung gestellt.
Weitere Informationen: www.hans-thurner.at

Hüttenbewertung:

Bewirtung bei der Tour:
Unser Team hat sich wieder die größte Mühe gegeben uns die Tour so schön wie möglich zu gestalten. Das Essen war hervorragend und das Service sehr gut. Ich (der Hüttenkönig) war echt beeindruckt, darum vergebe ich wieder 5 von 5 möglichen Bewertungsflaschen.

Wir würden 5 von 5 Ratsherrnflaschen verleihen.
bewertung5.jpg

Das Team: Christian (Präsi), Hans (Hüttenkönig), Ede, Michi, Hans (Honza) Thurner 29.Juni bis 03 Juli 2010