Peru / Cordillera Huayhuash

Zum Fotoalbum Cordillera Huayhuash
Zum Fotoalbum Lima und Inkakultur

Vorwort:
Nach den wirklich guten Erfahrungen die wir 2010 in Peru sammeln konnten, kam sehr bald der Wunsch bzw. die Idee eine Trekkingreise mit meiner Lebensgefährtin Michaela (kurz Michi) zu unternehmen. Da wir in der Planung unseres Urlaubs etwas gebunden sind, fiel die Wahl sehr schnell wieder auf das Land in den Anden. Hans Thurner gab mir den Hinweis, dass die Cordillera Huayhuash ein wirklich lohnendes Ziel ist. Er besuchte die Huayhuash im Vorfeld unserer Tour 2010.
Somit war das Ziel definiert und die Planungen konnten beginnen. Zuerst wollte ich die Tour mittels in Peru ansässigen Agenturen selbst planen, doch schon bald stellte sich heraus, dass sich dieser Aufwand finanziell nicht unbedingt bezahlt macht. Somit fiel unsere Wahl auf die Linzer Agentur: BergSpechte von Edi Koblmüller www.bergspechte.at wo wir das Gesamtpaket der Reise buchten.

Die Reise kann beginnen :
Dieses Mal fuhren wir mit einem ganz anderen Gefühl zum Flughafen nach Wien. Wir hatten uns gut vorbereitet, die Ausrüstung auf Stand gebracht (man(n) lernt ja aus Fehlern der Vergangenheit) und mit dem Wissen, dass die Agenturen in Peru gute Arbeit leisten. Die Anreise gestalteten wir ziemlich bequem.
Am 30.Juli 2012 ging es los. Am Abend starteten wir Richtung Amsterdam. Dort verbrachten wir eine gemütliche Nacht und zu Mittag des nächsten Tages bestiegen wir die KLM Maschine Richtung Lima. Dort hatten wir einen Tag zu unserer freien Verfügung und am 2.August bestiegen wir, wie immer mit Verspätung, die Maschine nach Cusco.
Dieses Mal absolvierten wir die Inkakultur am Beginn der Reise. Dies ist auch idealer für die Akklimatisation.
Ich habe zwar beinahe das idente Programm 2010 schon absolviert, aber erstens war es für Michi eine Premiere und zweitens ist Cusco bzw. Machu-Picchu immer wieder sehenswert. Die vier Tage in Cusco wurden intensiv mit Sightseeing genutzt. Am 5. August ging es wieder zurück nach Lima. Schön langsam trafen auch alle anderen Teilnehmer der Trekkingtour in Lima ein. Nach einer Sightseeingtour durch Lima holte uns Eric Albino (Agentur in Huaraz) am 7. August in Lima mit dem Bus ab und es ging Richtung Huaraz.
Nichts ist wichtiger als eine gute Akklimatisation. Darum starteten wir für 2 Tage in die Cordillera Negra. Mit leichten Wanderungen bis 4200m und Übernachtung im Zeltlager (3500m) ging die Akklimatisation gut voran.

Die Trekkingtour :
Am 10. August ging es mittels Bus zum Ausgangspunkt der Trekkingtour nach Matacancha. Nach unserer ersten Nacht im „richtigen“ Zeltlager startete am 11. August die die Tour.

1. Etappe: Matacancha – Cancanampunta (4700m) – Laguna Mitacocha (4300m)
2. Etappe: Laguna Mitacocha – Punta Carhuac (4650m) – Laguna Carhuacocha (4200m)
3. Etappe: Laguna Carhuacocha – Pass 4900m – Carnicero (4400m)
4. Etappe: Carnicero – Huayhuash (4330m) – Portachuelo Huayhuash (4730m) – Laguna Viconga (4400m)
5. Etappe: Laguna Viconga – Punta Cuyoc (5020m) – Huanacpatay (4325m)
6. Etappe: Huanacpatay – Huayllapa (3600m) – Richtung Punta Tapush camp Huatiac (4300m)
7. Etappe: Camp Huatiac – Punta Tapush (4800m) – Laguna Susucocha – Cashpapampa (4500m)
8. Etappe: Cashpapampa – PuntaYauchaa (4870m) – camp Jahuacocha (4066m) Option: Besteigung des Diablo Mudo (5350m)
9. Ruhetag im Camp Jahuacocha
10. Etappe : Jahuacocha – Punta Mancan (4575m) – Pocpa (3600m) – Rückfahrt nach Huaraz

Eine Übersicht über die Tour findet ihr im Fotoalbum.

Highlights der Tour:
Die gesamte Runde um die Cordillera Huayhuash ist landschaftlich sehr beeindruckend. Man campiert zumeist an idyllisch gelegenen Lagunen. Eine willkommene Erfrischung gab es am Ende der 4. Etappe. Dort erwarteten uns heiße Quellen. Herrlich kann ich euch nur sagen! Endlich mal wieder ordentlich waschen und das mit heißem Wasser. PS: Ein gutes Cerveza (Bier)gab es auch zu vernünftigen Preisen zu erwerben 😉
Einer der schönsten (wenn man das überhaupt sagen kann!!) Zeltplätze war am Ende der 8 Etappe erreicht. Die Laguna Jahuacocha war einfach ein Wahnsinn. Gott sei Dank gab es dort auch einen Ruhetag und wir konnten das Panorama wirklich genießen.

Leider hat sich Euer Hüttenkönig auf der dritten Etappe sein rechtes Knie ramponiert. Wie sich zuhause herausgestellt hat, haben der Meniskus und das Kreuzband seinen Dienst quittiert. Aber ein Mühlviertler kennt keinen Schmerz 😉 . Er genoss die Tour trotzdem in vollen Zügen. Außerdem kümmerte sich Juventino (Vater von Eric) sehr fürsorglich um mein Knie. Er massierte mich jeden Abend vor dem schlafen gehen mit irgendwelchen „Inka Kräutern“ ein. Ich habe bis heute keine Ahnung, um welche Kräuter es sich gehandelt haben könnte. Auf diesem weg nochmals ein herzliches Dankeschön!

Zurück in Huaraz genossen wir natürlich als Erstes die warme Dusche. Unseren letzten Abend in Huaraz verbrachten wir im Haus der Familie Albino. Wir wurden zu einem traditionellen peruanischen Essen eingeladen und wir konnten alle die herrlichen letzten Tage Revue passieren lassen.
Zurück in Lima wurde mit Alex unserem chilenischen Guide der Abschied von Peru „zelebriert“. Wir gingen traditionell Ceviche (roher marinierter Fisch) Essen und im Anschluss gab es noch reichlich Pisco sour!! Ich muss schon sagen, es war ein wirklich lustiger Abschied von Peru.

Die Mannschaft:
Wie immer bei solchen Reisen, lernt man sich erst vor Ort kennen. Es war ein sehr bunt zusammen gewürfelter „Haufen“. Deutschland – Österreich – Luxemburg
Auch altersmäßig waren wir ziemlich bunt gemischt. Im Zuge des Trekkings kommt man sich doch näher und es war eine interessante Erfahrung das „zusammenwachsen“ der Truppe zu beobachten.
Ganz besonders möchten wir Sabine und Steffen danken, denn mit den Beiden waren wir die Ganze Zeit zusammen (Cusco + Trekking) und wir haben uns blendend verstanden.
Auch möchte ich Manfred und Christoph danken. Die beiden haben uns am Ruhetag an der Laguna Jahuacocha mit original österreichischer Hirsch- und Gamswurst verwöhnt. Außerdem gab es obendrein noch ein gutes Schnapserl.
DANKE!!

Organisation:
Eric und Juventino Albino haben wirklich gute Arbeit geleistet. Das war auch der Grund, warum wir die Beiden zu Weihnachten 2012 mit bergfrei Vereinsjacken beschenkt haben. Sie sind also nun Mitglieder im bergfrei Team.
Auch sprachlich gab es kaum Probleme, da Eric sehr gut Englisch aber auch etwas Deutsch spricht.
Kontaktadresse:
www.peru-expeditions.org/
www.bergsteigen-suedamerika.de

Auch noch ein Dank an Alex unserem chilenischen Guide!

Fazit :
Ein tolles Erlebnis! Die Umrundung der Cordillera Huayhuash zählt nicht umsonst zu spektakulärsten Trekkingrouten. Technisch ist die Tour nicht allzu schwer, aber die Länge (170 km Marschdistanz) und die Höhe (die Camps zwischen 4200m – 4500m) machen die Tour doch sehr anspruchsvoll.
Man zerrt sehr von den Erinnerungen und den gewaltigen Eindrücken die man sammeln durfte. Es war kurz gesagt: Wieder ein tolles Erlebnis was wir nicht missen möchten!! Und Peru wird uns wieder sehen. Es gibt noch viele lohnende Ziele in dem Land in den Anden.

Quellennachweis:
Alpenvereinskarte 0/3c Cordillera Huayhuash / Peru

Hüttenbewertung:

Gesamtübersicht:
Seit unserer Tour 2010 wissen wir ja, dass das Service in Peru ganz gut ist. Das Essen war okay das Service hat auch die Erwartungen erfüllt. Man muss, dass Ganze auch im Hinblick auf die lange Dauer des Treks sehen. Da bedarf es auch schon einer Logistik, damit alle Leute versorgt werden können.
Die Hotels in Huaraz und Cusco waren auch okay.
Eine Anmerkung: Wir haben dieses Mal im Zentrum von Lima gewohnt. Lima gibt nicht wirklich viel her. Darum denke ich, dass Miraflores für Touristen/Trekker besser geeignet ist zum Übernachten.

Wir würden 4 von 5 Ratsherrnflaschen verleihen.
bewertung4.jpg

Das Team: Michaela , Hans (Hüttenkönig), 29.Juli bis 24 August 2012