Piemont / Valle Maira – Percorsi Occitani


Zum Fotoalbum Valle Maira – Percorsi Occitani

Vorwort:
Nachdem Euer Hüttenkönig Ende letzten Jahres sein ramponiertes Knie wieder in Ordnung bringen lassen musste, hatte er genügend Zeit um neue Ziele für den Sommer 2013 zu finden. Beim Surfen im World Wide Web wurde ich im italienischen Piemont, genauer gesagt im Valle Maira, fündig.
Diese Region wird auch manchmal als das schwarze Loch Europas bezeichnet. Aufgrund der dünnen Besiedelung infolge der massiven Landflucht, die bis in die 1970iger Jahre andauerte, bekam das Tal und die Gegend diese Bezeichnung….
Im Jahre 1992 wurde der Percorsi Occitani bzw. Mairaweg von innovativen Einheimischen aber auch maßgeblich von zwei „Zugereisten“ (Maria und Andrea Schneider) aus der Taufe gehoben, und somit fiel der Startschuss für einen sanften Tourismus im Valle Maira.
Es wurde das alte Wegenetz im Mairatal wieder aktiviert und es wurden so genannte Posti Tappa installiert. Somit war es möglich das komplette Tal zu erwandern.

Die Reise kann beginnen :

Am 22. Juli um 02:00 Uhr ging die Reise los. Von Linz an der Donau bis ins Valle Maira sind es rund 1000km zu fahren. Darum starteten wir schon sehr früh am Morgen bzw. Nacht. Wir haben uns die Strecke gut eingeteilt und sind nicht gerast. Nach gut 10 Stunden Fahrzeit erreichten wir unser Ziel: Die Locanda Ceaglioin Marmora /Vernetti.
Schon beim Betreten des Innenhofs haben wir gewusst, hier fühlen wir uns wohl. Wir wurden von unseren Gastgebern herzlich empfangen und eine gute Pasta wurde uns auch gleich gereicht. Den Rest des Anreisetages nutzten wir zur Erholung und zur Orientierung. Am Zweiten Tag unternahmen wir eine kleine Wanderung in der Umgebung und in den Dörfern von Marmora/Vernetti (3-4h ca. 400 Hm)

Die Trekkingtour :

Ablauf der gebuchten Trekkingtour durch das bzw. rund um das Valle Maira:

Traversata Valle Maira

1.Marmora/Vernetti – Palent (6h ca.1000 Hm)
2.Palent – Ruata Valle (5,5 h ca. 900 bis 1000 Hm)
3.Ruata Valle – Clari/Elva (4,5 h ca.500Hm)
4.Clari/Elva – Marmora/Vernetti (6h ca. 600 Hm)
5.Ruhetag in Marmora/Vernetti Locanda Ceaglio
6.Ussolo – Saretto (6h ca. 900 Hm)
7.Saretto – Chialvetta (6h ca. 1220 Hm)
8.Chiavetta – Gardetta /La Meja (6h ca. 1000Hm)
9.Gardetta /La Meja – Marmora/Vernetti (5,5h ca. 500Hm)

Zusätzliche Tour:

Sentiero Dino Icardi zum Bivacco Barenghi. Eine wirklich schöne Tour, wo man bis zur italienisch-französischen Grenze kommt. (7h ca.1200 Hm)

Eine Übersicht über die Tour findet ihr im Fotoalbum.

Highlights der Tour:
Das Ganze Unternehmen kann man unter der Kategorie Genusstrekking einordnen.
Wir haben die komplette Tour bei unserer Unterkunft der Pensione Ceaglio gebucht. Wir hatten immer Doppelzimmer, Frühstück und Abendessen (Getränke extra) und auch der Gepäcktransport war organisiert. Man war also nur mit einem leichten Tagesrucksack unterwegs. Es hat alles wirklich hervorragend geklappt.
Das Essen:
Highlight des Tages war sicher immer das Abendessen. Man wurde immer überrascht und es gab min. 5 bis 8 Gänge herrliche authentische piemontesische Küche. Angefangen von köstlichen Antipasti – Pasta – Suppe – Hauptgericht und nicht zu vergessen das Dolce!! Ein Flascherl Barolo aus der nicht weit entfernten gleichnamigen Weingegend rundete den Gaumengenuss ab.
Anmerkung:
Bedingt durch die wirklich dünn besiedelte Gegend ist die Versorgung auf der Tour mit Lebensmittel nicht ganz einfach. Wir haben gut gefrühstückt und uns ein kleines Lunchpaket mit auf den Weg genommen. Um 19:30 Uhr gab es ohnehin dann das Festmahl. Die Zeit bis zum Abendessen überbrückt man am Besten mit einem kühlen Bierchen.  Die Versorgung mit Trinkwasser ist einfach. Es gibt viele Brunnen am Weg die funktionieren und herrliches Trinkwasser spenden.

Die Landschaft:
Aber natürlich waren wir nicht nur zum Essen im Piemont. Die Landschaft der Cottischen Alpen ist ebenfalls die lange Reise wert.
Sicher ein Highlight der Runde ist die Gardetta Hochebene. Hier findet man schon sehr alpinen Charakter. Obwohl man sagen muss, dass es schwer fällt einzelne Ziele hervorzuheben. Die gesamte Runde hat ihre Reize. Der Erste Teil ist eher geprägt von alter Kulturlandschaft. Im Zeiten Teil kommt man dann auch in den alpinen Raum dieser Landschaft. Immer wieder kommt man aber an verlassenen Dörfern und Ansiedlungen vorbei, die die Natur wieder zurückerobert und mit dichtem Gestrüpp und Wald überzieht. Tolle Fotomotive, aber man wird immer wieder daran erinnert dass hier Menschen gelebt und gewerkt haben. Ein gutes Beispiel ist auch Elva. Dieser Weiler hielt lange Zeit den traurigen Rekord das ärmste Dorf Italiens zu sein. Dies hat sich nun doch geändert. Mitgeholfen an der Entwicklung hat sicher der Percorsi Occitani, und der damit verbundene sanfte Wandertourismus. Generell muss gesagt werden, dass wieder viele Dörfer und Häuser liebevoll instand gesetzt werden. Es tut sich was im Valle Maira.
Man tut sich echt schwer ein Highlight zu benennen. Die gesamte Tour ist sehr stimmig und auch die Bewohner tun das Ihrige dazu es zu einem einmaligen Erlebnis werden zu lassen.
Auch das Wetter hat mitgespielt und bescherte und nur einen Regentag. Wir waren zu jener Zeit im Piemont, wo Österreich unter der Hitze schwer zu leiden hatte. Im Piemont war es ideal. Am Tag war es sonnig und warm, am Abend bedingt durch die Höhenlage (meist über 1200m) konnte man eine leichte Weste vertragen und geschlafen hat man bei den Temperaturen natürlich auch gut.

Organisation:
Im Ceaglio fühlten wir uns auf Anhieb sehr sehr wohl. Fulvia (die gute Seele des Hauses) Massimo, Alberto (der Herr über die Kochtöpfe) und Fabrizio Ceaglio machen einen tollen Job und geben dem Hotel eine sehr persönliche Note. Auch möchten wir Luca erwähnen der mit seiner markanten Stimme und einigen englisch Kenntnissen beim Abendessen für das leibliche Wohl sorgt.
Auch Erica und Luisa wirbeln durch das Hotel und sorgen für saubere Zimmer oder für kühle Getränke an der Bar.
Auch der Ablauf der Tour wurde im Ceaglio zusammengestellt und organisiert. Es hat alles vorbildlich geklappt. Es gibt ja manchmal Vorurteile was Italien und organisieren betrifft, also hier wurde das Gegenteil bewiesen.

Ganz besonders möchten wir an dieser Stelle Herrn Peter Vogt hervorheben. Er ist Schweizer Eidgenosse und der deutschen Sprache mächtig.  Er betreute uns schon bei der Planung der Unternehmung und hatte eine rekordverdächtige Ansprechzeit was die Beantwortung von E-Mails betraf. Auch vor Ort stand er immer mit Rat und Tat zur Verfügung und auch als Dolmetsch ist er enorm wichtig.

Nochmals : DANKE dafür Peter !

Kontaktadresse:
www.ceaglio-vallemaira.it
www.wandern-piemonte.it

Fazit :
Wir sind mit einem guten Gefühl ins Valle Maira gefahren. Wir konnten uns ja mittels Internet schon einen guten Überblick verschaffen. Unsere Erwartungen wurden aber noch übertroffen. Das Piemont war eine Reise wert.

Quellennachweis:
Antipasti und alte Wege / Ursula Bauer und Jürg Frischknecht Rotpunktverlag
Piemont Süd / Rother Wanderführer
ALTA VAL MAIRA Nr.11 1:25 000 (Sehr genaue Wanderkarte)
www.wanderweb.ch Gutes Forum wo es Details und Infos über das Valle Maira gibt.

Hüttenbewertung:

Pensione Ceaglio:
Wie schon oben erwähnt, haben wir uns im Ceaglio sehr wohl gefühlt. Ich habe selten ein Haus erlebt wo angefangen bei den Zimmern über das Essen das Service alles so gut passt. Auch ist die Ganze Anlage des Ceaglio sehr stimmig eingerichtet und gestaltet. Wir würden gleich mal wieder vorbeischauen.

Wir würden 5 von 5 Ratsherrnflaschen verleihen.
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Unterkünfte auf der Tour:
Auch bei allen anderen Unterkünften kann nicht wirklich was bekritteln. Die Zimmer sauber, das Essen sehr gut.
Ein Highlight war sicher das Posto Tappa in Palent. Wunderschön gelegen mit einer kleinen gemütlichen Gasstube, wo die Betreiber Matteo und Virginia gemeinsam mit den Gästen das Abendessen genießen. Wenn dann Genapi Matteo (ich hab ihn so genannt) zu erzählen anfängt, ist es einfach nur gemütlich!

Wir würden 4 von 5 Ratsherrnflaschen verleihen.
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Das Team: Michaela , Hans (Hüttenkönig), 22.Juli bis 5 August 2013