Cala Goloritz̬ РSardinien 08

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Sinfonia dei mulini a vento „der schwierigste Normalweg Italiens“: VII+ (6b+),
ca. 160m Kletterlänge, 6 SL,

Allgemeines: Wenn man einen Sportkletterer trifft, der zwar schon in Sardinien aber noch nie am Cala Goloritzè – Aguglia gestanden hat, dann reibt man sich zuerst einmal ungläubig die Augen und empfiehlt hinzugehen, kostet was es wolle! Eines der zahlreichen Highlights in Sardinien, das einem das Herz höher schlagen lässt und bei uns einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.

Alleine die Anreise zum Einstieg birgt ein Erlebnis. Man kann den Monolith entweder mit dem Boot von Cala Gononè aus erreichen, oder man wandert von einem Parkplatz kurz nach Baunei aus Richtung Bucht. Man nimmt einen steinigen Pfad über die Hochebene und steigt in bezauberndes Tal bis zum Ziel ab (Gehzeit ca. 1,5h).

Maurizio Oviglia schreibt im Kletterführer – „Pietra di Luna“

„Aber die Cala Goloritze als das „Nonplusultra“ zu bezeichnen würde ihr nicht gerecht. Auf der Aguglia kann man eine besondere Erfahrung machen. Eine Erfahrung, nicht Alpinismus und nicht Sportklettern. Sie geht darüber hinaus erreicht andere Dimensionen. Und daran hat sich in al den Jahren, seit dem der Gipfel zum Ersten mal betreten wurde, auch nicht viel geändert. Dieser Tag war für Manolo und Gogna ein starkes Erlebnis. Die Protagonisten erzählen von einem Wind, der die Steine fliegen lies, von Seilen die den Monolith zu umarmen schienen:
Worte, die wir verschlagen, die wir in- und auswendig lernen! Aber auch heute, wo von der Aguglia die Bohrhaken herunterblitzen, auch an einem heiteren und windstillen Tag ist es noch möglich, die Erlebnisse der Erstbesteigung nachzuvollziehen. Wenn man den Boden unter sich lässt, wenn die Badenden unten am Strand zu bunten Punkten und die Bote zu Modellbauschiffen werden, Wenn das transparente Meer in diesem unwirklichen Türkis aufleuchtet und den Grund sehen lässt, dann ertappt man sich dabei, wie man zerstreut den Horizont betrachtet und sich mehr als je von seinen Lasten befreit.“

Der Cala Goloritzè ist ein absolutes Muss für jeden Sardinien Sportkletter-Urlaub!

Euer
Timo Eidher

Punta Cusidore / Supramonte / Sardinien

Punta Cusidore

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Punta Cusidore 1147m, Stellen bis 1+

Allgemeines: Der Anstieg auf die Punta Cusidore ist eine interessante und abwechslungsreiche Bergwanderung, welche mit ein paar kurzen Kletterpassagen garniert ist. Die Gebirgskette der Supramonte ist nach dem Gennargentu das zweithöchste Gebirge Sardiniens und es kommt auch so etwas wie alpines Feeling auf.

Mühen: ca. 970hm, ca. 4h

Ausgangspunkt: Auf der Strecke von Oliena nach Dorgali befindet sich nach ca. 4km rechts eine Abzweigung zur Kapelle „Nostra Signora di Monserrato“. Wer wie wir mit dem Wohnmobil unterwegs ist, sollte gleich hier parken! Der anschließende Fahrweg wird immer enger und wir konnten uns nur noch mit Hilfe zweier sehr hilfsbereiter, sardischer Förster wieder befreien. Auch gibt es nur wenige Parkmöglichkeiten.

Routenbeschreibung: Also schwingen wir uns aufs MTB, biegen 100m nach der Kreuzung links ab, fahren an drei Linksabzweigungen vorbei in Richtung Punta Cusidore und biegen bei einer T-Kreuzung links ab. Nach 600m biegen wir rechts ab und folgen dem immer schlechter und steiler werdenden Weg bis in den Wald (keuch). Kurz danach erreichen wir eine mehrfache Wegteilung, bei der wir die ganz rechte nehmen und diese leicht ansteigend bis zu einem Rastplatz „Palestra Roccia“ verfolgen (Fahrrad-Depot).
Gegenüber geht’s den schmalen Weg immer in Richtung des Massivs zu, bis sich dieser auf dem bereits von unten sichtbaren Geröllhang verliert. Am besten immer gerade aus über die leichten Felsen aufwärts bis zur Hochfläche. Die Markierungen führen geradeaus. Zur Punta Cusidore hält man sich jedoch nach links und quert in die Südhänge des Berges hinein. An der Grotta Orgoi (Höhle) vorbei nach Osten bis zu einer Geröllrinne. Links von dieser über griffige Kalkplatten und über eine kurze Rinne (Schlüsselstelle) auf den Gipfel der Punta Cusidore. Abstieg wie Aufstieg.

Quellennachweis:
Rother Wanderführer Sardinien