Torstein (2948m) Eisrinne

Torsteinrinne

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Torsteinrinne – Und das Beste kommt zum Schluss!

Mühen: gesamt ca. 2000 hm und 10-11h, 55°

Ausgangspunkt: Parkplatz beim Vorderen Gosausee

Nach längerer verletzungsbedingter Tourenpause gelingt uns doch noch ein alpiner Leckerbissen zum Abschluss der Skitourensaison 2012. Bevor wir nun endgültig unseren Tourenskiern die wohlverdiente Sommerpause gönnen, holten wir uns mit der Torsteinrinne noch die östlichste Eisrinne des Alpenkamms, die wir schon seit Jahren auf unserer Wunschliste hatten.

Alpine Pausen haben so ihre Vor- und Nachteile – mehr Zeit zuhause und für die bequemen Aspekte der Freizeitgestaltung – aber auch natürlich verbunden mit konditionellen Einbußen. Mit gesundem alpinem Ehrgeiz ausgestattet brechen wir nach gut zwei Monate ohne größere Tour ins Dachsteingebirge auf. Mit gefühlten 120 Kilos am Buckel und schmerzenden Schultern marschieren wir vom Parkplatz Gosausee Richtung Adamekhütte. Nach der Erkundung beim Hüttenwirt Hans Gapp ist der Winterraum offen und wir hoffen auf keine Ãœberfüllung. Mit Skiern und Tourenschuhen und sonstiger Ausrüstung und Nahrungsmitteln (u.a. Mühlviertler Bio-Speck vom Baiernaz aus Rainbach – lecker) gesattelt kämpfen wir uns den bis ca. 1 Gehstunde vor der Adamekhütte aperen, gut gangbaren Sommerweg hoch. Mit fünf weiteren, bereits eifrig kochenden Gästen, teilen wir uns den Winterraum, der mit dieser Belegung noch komfortabel ist.

Nach erstaunlich gut durchschlafener Nacht starten wir nach einem kleinen Frühstück (Schokolade mit Brot – schmeckt ja fast so gut wie Nutella ;-)) um 7.30 über den Gosauer Gletscher in Richtung Torstein. Nach ca. einer Stunde erblicken wir die Torsteinrinne in ihrer gesamten Pracht. Die Skier und Rucksack deponiert, starten wir mit unseren Eisgeräten und Steigeisen los immer gerade die stetig steiler werdende Rinne empor. Die Rinne, immer schmaler werdend und der Schnee immer schwieriger merken wir ab der Hälfte was 55 Grad Steileis bedeuten. Sorgfältig setzen wir unsere Geräte ein, die Wahl in der Rinne zwischen tiefen Sulz, der nicht wirklich vertrauenserweckend ist, und hartem Grund, fällt zu Gunsten des Zweiteren aus (was aber auch bedeutet, das wir uns meistens in der Steinschlagrinne fortbewegen).

Die kompakte steile Rinne fordert unseren „Genussbergstieger“-Adrelaninspiegel dann doch einigermaßen heraus, aber letztendlich können wir uns auch diese Tour „holen“. In freier Begehung sind, vor allem beim Abstieg unter einsetzendem Graupelschauer und Schneerutschen, gute Nerven gefragt. Harald hat ja auch vorsichtshalber seinen Helm zuhause vergessen und Christian zeigte sich solidarisch ;-).

Nach dem alpinen Erlebnis und mit Sonnenschein ziehen wir die Schwünge zur Adamekhütte hinab. Die letzten Schneereste nutzend geht es – unterbrochen durch eine kurze Klettersteigpassage – eine der schönsten, Tourenabfahrten zum Hinteren Gosausee hinab. Nach einer kurzen Stärkung beim Holzmeister und anschließendem Starkregen, trotten wir nun innen und außen völlig nass mit gefühlten 200 Kilos am Rücken retour zum Auto. Nach dem Abwurf des Rucksacks freuen wir uns etwas erschöpft und glücklich mit einem „Berg frei“ auf die Kletter-Sommer-Saison und haben bereits wieder neue alpine Wünsche im Auge.